Die pinken Schuhe, Pfennigabsätze. Die Strumpfhose in der die Beine so gebräunt wirken. Der weiße rot, der bis zum Knie geht. Im leisen Wind schwingt er hin und her, ohne Beständigkeit. Das schwarze Top, das rosa Blüschen. Sie sieht aus wie eine Puppe. Sie weiß es genau das die Männer ihr hinterher sehen, das sie ihr auf die Brüste starren die sie hochgepuscht hat.
Sie ist eine Nutte, eine Hure, das weiß sie genau.
Sie geht die Treppen hoch, kann kaum auf den Schuhen laufen, es klackert... es bricht. Alles in ihr.


Ein Engel, nur Haut über den Rippen,
ein Engel, die Flügel zerrießen und stumpf.



Sie blickt in den Spiegel. Die Augen schwarz, die Lippen rot. Die Haare sind hochtopiert und gefärbt. Komplizierte Strähnchentechnik. In ihrem Körper streckt viel Geld. Die Lippen, die Nägel, die Haare... selbst der glatte Körper, alles, wirklich alles, ist unecht an ihr. Sie schmetter die Faust gegen den Spiegel.
Schmerz, den süßen Schmerz, sie will ihn fühlen.
Die Sonne scheint durch die kleinen Fenter. Die Dachwohnunung ist schrecklich warm.
Sie läuft in die Küche... Nutella, Schokolade, Brot, Wurst... nur kein Gemüse... nein. Alles hinein, fühl die innere Leere, wenn es sein muss mit Schmerz. Alles hinein, ohne Löffel und Gabel, in den Mund, hinunterwürgen. Kein Hunger. Nur Schmerz. Du hast es verdient du häßliches, dreckiges Ding...
"Du Hure!"
Die Erinnerung bricht in ihr hervor.
Sie hängt über dem Klo, den Finger im Hals. Würgen, brechen.... nein, da ist noch etwas in mir und wieder. Ihr Körper bebt unter der Anstrenung. Die Toilette ist beschmutzt.
"Wieder hinein, du widerliches Stück hast nichts anderes verdient!"

Ein Engel, befleckt,
auf dem Knien, den Beichstuhl umschlungen, rutscht hin und her,
ein gefallener Engel, häßlich und tot.



Sie liegt neben der Toiliette. Zitternd, erschöpft. Die Kleider befleckt mit Erbrochenem.
Sie wird jetzt aufstehen. Wasser trinken, viel Wasser. Wir sind neue, hübsche Puppenkleider anziehen. Die Schminke erneuern, die Haare hübsch machen, vielleicht einen Zopf oder offen. Sie wird hinaus in die Sonne treten, wird ein ganz normales Mädchen sein.
Richtig, es ist alles ganz normal.
Alles wird wieder gut...

Was ist nur aus mir geworden...???

7.5.08 17:39


Pektin Diät

So, ich habe mich heute tatsächlich auf die Waage getraut und sie hat mich natürlich gestraft. Die letzten zwei Wochen habe ich ja wirklich nur noch gefressen. Das hatte nichts mehr mit essen zu tun. Gar nichts...
Ich fühl mich schrecklich, ich schleiche an jedem Spiegel vorbei und könnte weinen. Fast 59 Kilo... ich werde nie ein Thinspo sein.

Manchmal überlege ich wie es wäre wenn ich nicht essgestört wäre. Einfach normal essen. Nicht hungern oder fressen. Aber ich weiß nicht mehr wie das gehen soll...
Jedenfalls suche ich jetzt nach meiner Motivation und Disziplin. Dazu mache ich die Pektin Diät, ich dachte an ein, oder zwei Wochen... solange bis ich mindestens wieder 54 Kilo habe.
Heißt: 5 Äpfel am Tag und abends 6 Karotten, gebraten, gedünstet oder roh. Es ist nicht gleich wieder hungern, aber auch eben nicht das fressen... ich hoffe nur das ich durchhalte.

Heute abend fahren wir zu Freunden nach Saarbrücken. Freu mich schon sehr, hab sie schon lange nicht mehr gesehen. Ich freu mich mal wieder raus zu kommen, auch wenn ich mal wieder gerne Zeit für mich hätte. Einfach nichts tun... ich liebe meinen Freund, aber natürlich hat man nicht mehr diese Freiheit...
Aber es ist auch schön niemals allein zu sein...

Ach ja... ich habe mir "Vater unser in der Hölle" von Ulla Fröhling gekauft. Hab schon angefangen es zu lesen und werd jetzt direkt weiter machen, gegen 16 Uhr dann eine Pfanne Karotten und dann nach Saarbrücken!

Haltet die Ohren steif!

2.5.08 15:10


Ja, ich wieder.

Mir ist langweilig und da ich gerade nicht weiß was ich machen soll, schreibe ich einfach noch ein bißchen Tagebuch.
Im moment läufts nicht gerade schnurrgrade, aber das tut es ja nie. Ich habe absolut überhaupt keine Kontrolle mehr über mein Essverhalten, es ist als hätte ich einen Bandwurm. Ich muss fressen bis mir schlecht und meistens bete, flehe ich darum zu kotzen.
Ja, ich bin mir bewusst, das das krank ist. Aber ich finde mich so fett, so widerlich. Ich hasse mich.
Es gibt niemanden auf dieser Welt der schrecklicher ist, als ich, da bin ich mir sicher.

Aber anderes Thema (ich kann ja schließlich nicht den ganzen Eintrag lang in Selbstmitleid baden^^), ich mag das Wetter.
Ach ja und mein Therapeut sagt ich soll jetzt immer aufschreiben was ich gerade tue. Ich weiß nicht mehr weiter. Ich wache morgens auf und bumm! ist es abends oder zwei Stunden später und ich habe nicht den geringsten Schimmer was den in der Zwischenzeit passiert ist. Schrecklich.
Ich würde so gern mehr Kontrolle bekommen, aber alles entgleitet mir. Die Zeit fließt mir durch die Finger, als wäre sie Sand und ich kann sie nicht halten. Egal was ich tue, ich kann sie nicht festhalten...

Ach... haltet die Ohren steif!

29.4.08 17:02


kranke welt...

Diese Welt ist krank. Ich wusste es immer, aber gestern wurde es mir umso schmerzlicher erneut bewusst. Zwei Reportagen, die nacheinander folgten. Die erste, über den Mann der seine Tochter 24 Jahre lang im Keller festgehalten hat, mir ihr 7 Kinder gezeugt hat, sie alle zerbrochen hat. Die zweite, über die Mormonensekte in Amerika, die Kinder verheiratet und geschwängert hat und ich frage mich, wo, Wo zum Teufel?!, bleibt die Gerechtigkeit auf dieser verdammten, scheiß Welt.
Wenn ich darüber nachdenke wie mein Vater mich missbraucht und misshandelt hat, dann dachte ich immer, es wäre ein Einzelfall gewesen. Dumm gelaufen. Aber das es so oft passiert, das es vor den Augen so vieler Menschen geschieht wurde mir erst viel später klar.
Und dann stellte sich mir die eine, unausweichliche Frage: Wollen die Menschen nicht hinsehen? Ist in ihre verdammte Kleinstadt-heile Welt Idylle so wichtig? Interessiert sie die Wahrheit nicht, lügen sie sich lieber in die Tasche, wenn sie sich dann keine Rechenschaft schuldig sind?

Ich könnte schreien, über diese Ungerechtigkeit. Aber was soll ich verändern? Ich kann hinsehen und warnen, kann hoffen für die Opfer, die jetzt in diesem Moment Todesangst ausstehen müssen. Ich kann die Täter denozieren, wo ich sie finde, aber ich kann niemanden retten, das könnten nur alle zusammen. Ich kann keinen Richter dazu bringen, vor Gericht für das Opfer zu entscheiden. Ich kann nur hoffen und ermahnen hinzusehen, damit es besser wird. Aber ich glaube nicht mehr daran. Ich habe soviel Gewalt, soviel Grausamkeit gesehen... ich glaube an keine Gerechtigkeit mehr. Nicht auf Erden.

 

28.4.08 15:07


Ich bins mal wieder^^.

Mein Magen bringt mich um... diese Krämpfe. Aber ich will zu keinem Arzt. Ich habe Angst das der Arzt etwas findet, das irgendetwas ist, wegen dem erbrechen vielleicht, keine Ahnung. Und ich habe Angst das ich mir die Schmerzen nur einbilde, das man mir sagt, ich würde nur simulieren...
Beides kann und will ich nicht ausschließen.

Zudem scheinen meine Depris wieder schlimmer zu werden, genauso wie die Bulimie. Essen und kotzen. Manchmal fresse ich auch nur. Ich habe im moment absolut keine Kontrolle mehr über mein Essverhalten und das zieht mich nur noch mehr runter.
Mein Freund sagt ich solle zum Arzt gehen... jeder sagt das, aber ich habe Angst. Angst das ich mir igendetwas im Magen wirklich kaputt gemacht habe, durch die scheiß Kotzerei.
Mein Arzt will das Fluoxetin erhöhen, von 20 auf 40 mg. Ich habe immer das Gefühl ein Stückchen mehr von mir zu verlieren, ein Stück meines Verstandes, so mehr von den scheiß Pillen ich schlucke...

Auch wenn es verrückt klingt, irgendwie sehne ich mich nach dieser Kälte, dieser Gefühllosigkeit, diesem Desinteresse das ich habe wenn ich wirklich tief in der Deprission stecke.
Dann habe ich keinen Hunger mehr, kein Gefühl. Auch keine Angst vor der Zukunft mehr. Dann ist mir alles egal...
Und dann denke ich wieder an die Menschen, die mir soviel bedeuten und denen ich keinen Schmerz mehr zufügen will.

Es ist alles so kompliziert.
Haltet die Ohren steif!

25.4.08 12:33


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